BFSG: Barrierefreiheitserklärung – Pflicht, Inhalt, Muster (2025)

BFSG: Barrierefreiheitserklärung – Pflicht, Inhalt, Muster (2025)
Viele Unternehmen behandeln die Barrierefreiheitserklärung wie einen Pflichttext im Footer. Das ist ein Fehler.
Ab dem 28. Juni 2025 (BFSG) ist die Erklärung für viele digitale Services ein zentraler Baustein: Sie schafft Transparenz, reduziert Eskalationen und zwingt euch zu einer klaren Roadmap.
Was ist eine Barrierefreiheitserklärung?
Eine Barrierefreiheitserklärung ist eine öffentlich zugängliche Seite, die erklärt:
- wie barrierefrei eure Website/App aktuell ist,
- welche Bereiche noch nicht konform sind,
- wie Nutzer Barrieren melden können,
- und wie mit Beschwerden umgegangen wird.
Wichtig: Sie ersetzt keine Umsetzung – aber ohne sie wirkt es so, als würdet ihr das Thema ignorieren.
Muss jedes Unternehmen eine Erklärung veröffentlichen?
Ob eine Erklärung verpflichtend ist, hängt davon ab, ob ihr unter den BFSG-Anwendungsbereich fallt. Für viele B2C-Services (Shop, Buchung, Kundenportal, Banking, Ticketing, E‑Books etc.) ist sie de facto Pflichtbestandteil.
Wenn du unsicher bist, ob du betroffen bist, starte mit dem Scope-Check:
Pflicht-Inhalte (praktisch, nicht juristisch verklausuliert)
Eine gute Erklärung beantwortet für echte Nutzer vier Fragen:
- Wie barrierefrei ist die Seite aktuell?
- vollständig konform / teilweise / nicht konform
- Was ist (noch) nicht barrierefrei?
- konkrete Punkte, nicht „wir arbeiten daran“
- Wie kann ich Barrieren melden?
- Kontaktweg, der wirklich funktioniert (kein toter Link)
- Was passiert dann?
- Reaktionszeit / Prozess / Eskalation
Häufige Fehler, die euch angreifbar machen
- Erklärung ist nicht auffindbar (nicht im Footer verlinkt)
- Erklärung ist selbst nicht barrierefrei (z. B. PDF-Scan)
- Keine echte Kontaktmöglichkeit
- „Wir sind barrierefrei“ ohne Audit/Beleg
- Keine Roadmap, keine Updates
Muster-Struktur (copy/paste-fähig)
1. Erklärung zur Barrierefreiheit
Kurz und klar: „Wir sind bemüht…“ + Verweis auf Standard (WCAG/EN 301 549).
2. Stand der Vereinbarkeit
„Diese Website ist teilweise mit den Anforderungen vereinbar.“
3. Nicht barrierefreie Inhalte
Liste in Bulletpoints, z. B.:
- „Formular-Fehlermeldungen sind nicht überall programmatisch verknüpft“
- „Fokus ist auf einigen Komponenten zu wenig sichtbar“
- „Einzelne PDF-Dokumente sind nicht getaggt“
4. Feedback und Kontakt
E-Mail + optional Formular (aber dann bitte barrierefrei).
5. Durchsetzungsverfahren / Schlichtung
Link/Info zur zuständigen Stelle.
6. Aktualisierung
Datum der letzten Prüfung + nächstes geplantes Update.
Empfehlung: Erklärung = Roadmap-Commitment
Eine ehrliche Erklärung ist kein Risiko. Sie ist ein Schutz.
Denn sie zeigt:
- ihr habt geprüft,
- ihr wisst, was offen ist,
- und ihr habt einen Plan.
Nächster Schritt
Wenn du willst, prüfen wir den Status deiner Seite und liefern dir eine priorisierte Liste (was zuerst fixen, was später).